Das Hauptzollamt – ein Baudenkmal aus ca. 1855 – ein Erwerb zur Sicherung des Raumbedarfes

Parallel zum Umbau und der Modernisierung der Bahnhofstraße 23, beschäftigten sich Vorstand und Aufsichtsrat – auf Grund der guten Entwicklung – weiterhin verantwortungsvoll mit dem zukünftigen Raumbedarf am Standort Bahnhofstraße 23, sowie mit der Geschäftsstelle am Standort Bad Bentheim.

UA der Grafschafter Volksbank eG, B 281, 4. Auflage Nordhorn in alten Ansichten, von Gerhard Plasger.
ca. 1898, aus Dorfchronik Brandlecht-Hestrup, 1994, S. 437-451.

Am 10.04.1991 beschlossen die Verwaltungsmitglieder, „eines der ganz wenigen Baudenkmäler im unmittelbaren Nordhorner Stadtkern“, von der Stadt Nordhorn zu erwerben.1 2

„Mit dem Erwerb des Hauptzollamtes im Juni 1991 sichert sich die Raiffeisen- und Volksbank langfristig ihren Standort an der Bahnhofstraße in Nordhorn. Das Gebäude aus dem Jahre 1850 wurde von der Stadt Nordhorn erworben und ist als „Baudenkmal“ eingestuft. Wir übernehmen die Verpflichtung das Haus zu erhalten und zu pflegen und sichern uns mittel- und langfristig unseren Raumbedarf, der infolge des zunehmenden Dienstleistungsbedarfs und des erwarteten wirtschaftlichen Wachstums in der Region noch zunehmen wird.“3

Die 377-1 Geschichte Alltes Zollhaus und 377-1 Bilder Altes Zollamt 1880,1905 u. 1933 können hier und in den beiden nachfolgenden Bildern angeklickt und nachgelesen werden:

UA der Grafschafter Volksbank, 377-1, Prospektteil 1 zur Geschichte.
UA der Grafschafter Volksbank eG, 377-1, Prospekt Teil 2 zur Geschichte.

Nach einer gründlichen Planungsphase wurde am 29.03.1993 ein kompletter Um- und Ausbau von Erd-; Ober- und Dachgeschoss beschlossen. Im Dachgeschoss entstanden ein Appartement und eine Wohnung.4

Strategisch nutzte der Vorstand diesen historischen Standort, um ein immer wichtiger gewordenes Geschäftsfeld neu aufzustellen und es vor allem markant als Marke herauszustellen und zu etablieren:

„Das alte Zollhaus – das Zentrum für Anlage- und Vermögensberatung EUREGIO INVEST“

Am 01.04.1995 wurden die Räumlichkeiten ihrer Bestimmung übergeben.5 Das Dachgeschoß wurde im Laufe der Zeit ebenfalls für den weiter wachsenden Raumbedarf zu Büroraum umfunktioniert.

Die strategische Investitionsentscheidung „Geschäftsstelle Bentheim“ viel durch den Grundstücksankauf für einen Neubau. Wie im Jahresbericht 1991 auf Seite 10 berichtet, wurde das ehemalige „Cafe Landsmann“ in der Bahnhofstraße dafür erworben.6 Der Standort Bentheim war in 1966 von der „Volksbank Nordhorn eGmbH“ als weitere Geschäftsstelle in der Wilhelmstraße (bei Fam. Schroer) entstanden. Details zu den gewechselten Standorten, dem Neubau an der Bahnhofstraße 8, der Eröffnung in 11.1993, sowie der Schließung des Standortes am 02.12.2007 – also über 4 Jahrzehnte – sind hier nachzulesen: https://blog.grafschafter-volksbank.de/2022/12/21/unser-gruenderstandort-nordhorn-geschichte-der-damaligen-zweigstelle-in-bentheim/

 

„Märkte erschließen, Märkte sichern, Märkte ausbauen“ – die Strategie der Geschäftsführung Ende der 80er/Anfang der 90er ?

Das Firmenkundengeschäft stand sicherlich unter dieser Prämisse. Das dazu aufgebaute flankierende Auslandsgeschäft lief ebenfalls erfolgreich. Das heute nicht mehr wegzudenkende „Plastikgeld“ hielt Einzug bei den Banken. Die elektronische Datenverarbeitung gehörte mittlerweile zum standardisierten Betriebs- und Geschäftsablauf einer Bank. Die „elektronischen Helfer“ in den SB-Zonen waren ein „Muss“ geworden. Nun entwickelten sich die „elektronischen Bankdienstleistungen“ (englisch: electronic banking). Dazu hieß es im Jahresbericht 1991 wörtlich: „Genereller gesagt: die Banken selbst sind in die Rolle des Informationsmanagers hineingewachsen. Der Einsatz moderner Informationsverarbeitung hat den gleichen Rang eingenommen wie der klassische Produktionsfaktor Personal. Die Banktechnik ist im Dienst des Kunden so zum entscheidenden Faktor geworden.“

Die nachfolgenden Beiträge aus den Geschäftsberichten geben dazu einen guten Einblick:

UA der Grafschafter Volksbank eG
171-9, Jahresbericht 1991
Seiten 13, 15, 17 und 19.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der offizielle EG-Binnenmarkt startete am 01.01.1993. Rechtzeitig hatten sich die „Raivo-Verantwortlichen“ dazu Gedanken gemacht und im Sinne der Kundenbetreuung „bereits vor Jahren intensive Kontakte und Beziehungen zu niederländischen Institutionen hergestellt.“ 

Wissenswertes ist ebenfalls in den jährlichen Geschäftsberichten nachzulesen:

UA der Grafschafter Volksbank eG,
171-10, Jahresbericht 1992 Seite 31 u. 32.
171-10, Jahresbericht 1992
Seite 29 u. 30.
171-12, Jahresbericht 1994, Seite 27.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Für unser Haus ist es unerläßlich, auf die ganz unterschiedlichen Bedürfnisse der einzelnen Kunden einzugehen.“ Um dieser Überzeugung in seiner Geschäftsführungsverantwortung optimal gerecht zu werden, beschloss der Vorstand in seiner Sitzung vom 30.09.1996, die Organisations- und Vertriebsstrukturen von Grund auf neu zu denken und zu ändern. Hierzu wurde die Unterstützung des Genossenschaftsverbandes Weser-Ems e.V., Oldenburg durch einen Beratungsvertrag – unter Verantwortung des damaligen Abteilungsleiters Dieter Diener – gesichert. 7 Es gelang nach fasst zweijähriger Vorarbeit die Neuorganisation zum 01.01.1998 zu starten. Der Artikel im Jahresbericht 1998 trägt die Überschrift: „WIR STELLEN VOR: UNSERE NEUE VERTRIEBSSTRUKTUR“

UA der Grafschafter Volksbank eG, 171-16,
Jahresbericht 1998 Seite 10 u. 11.

 

 

 

 

 

 

 

 

Solides und kontinuierliches Wachstums !

Die Strategie ab Ende der 80er „Märkte erschließen, Märkte sichern, Märkte ausbauen“ ,die neue Vertriebsstruktur sowie eine solide Personalpolitik mit verantwortungsvollen, motivierten und langjährigen Mitarbeitern sind sicherlich zu nennende Erfolgsfaktoren, die sich anhand der nachfolgenden beiden Übersichten gut nachvollziehen lassen:

UA der Grafschafter Volksbank, 171-8 bis 171-18,
Jahresberichte 1990 bis 2000

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Geschäftsvolumen wurde in diesem Jahrzehnt mehr als verdoppelt. Daraus lässt sich auch gut ableiten, warum der Vorstand laufend Modernisierungs- und Umbauplanungen zur Anpassung der Räumlichkeiten einleitete:

1997: die damalige Geschäftsstelle Lingener Straße , 1999: die damalige Geschäftsstelle Denekamper Straße , 2000: die Geschäftsstelle Blanke , 2001: die Geschäftsstelle Brandlecht , 2002: die Geschäftsstelle Bookholt.

2003: In der abschließenden Sitzung am 06.02.2003 gab es die einstimmige Zustimmung des Aufsichtsrates zum Umbau des Erdgeschosses in der Bahnhofstraße.8 Die umgesetzten Details wurden am 10.07.2003 in den Grafschafter Nachrichten veröffentlicht: 376-1 Raivo stolz auf Umbau Hpst. Bahnhofstr

UA der Grafschafter Volksbank eG,
171-21, Jahresbericht 2003, Seite 12 u. 13.

Auch der Jahresbericht 2003 gibt hier auch einen guten Einblick in die umgesetzten Maßnahmen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Doch weitere geplante Maßnahmen wurden plötzlich modifiziert bzw. neu überdacht. Warum ?

Teil 4 gibt hierzu die Lösung. 

 

 

 

1. UA der Grafschafter Volksbank eG, 98-2, Vorstands- und Aufsichtsratsprotokoll, 10.04.1991.

2. UA der Grafschafter Volksbank eG, 377-1, 642 56 Euregio Invest, Unterlagen zur Entstehung.

3. UA der Grafschafter Volksbank eG, 171-9, Jahresbericht 1991, S. 10 – Zitat.

4. UA der Grafschafter Volksbank eG, 99-2, Vorstand- und Aufsichtsratsprotokoll, 29.03.1993

5. UA der Grafschafter Volksbank eG, 171-13, Jahresbericht 1995, S. 8 + 9.

6. UA der Grafschafter Volksbank eG, 97-2, Vorstands- und Aufsichtsratsprotokoll, 13.12.1988.

7. UA der Grafschafter Volksbank eG, 88-2, Vorstandsprotokoll v. 30.09.1996.i

8. UA der Grafschafter Volksbank eG, 104-2, Vorstands- und Aufsichtsratsprotokoll, 06.02.2003