Selbsthilfe-Selbstverwaltung-Selbstverantwortung – April 1921:

Insgesamt 2.004 Mitglieder verzeichnete die Volksbank Veldhausen-Neuenhaus eG am Ende des Geschäftsjahres 1984, mit insgesamt 2.097 Geschäftsanteilen. Die Bilanzsumme betrug 106,3 Mio DM.

Auf der Aktivseite der Bilanz wurden Forderungen im Kreditgeschäft mit 65,3 Mio DM ausgewiesen. 12,4 Mio DM waren bei Kreditinstituten angelegt, davon 10,5 Mio DM beim genossenschaftlichen Zentralinstitut. An Anleihen und Schuldverschreibungen wurden 16,3 Mio DM unterhalten. Gebäude und Grundstückswerte beliefen sich auf 3,4 Mio DM, in die Betriebs- und Geschäftsausstattung waren 0,6 Mio DM investiert.

Auf der Passivseite der Bilanz lag die Höhe der Verbindlichkeiten an Kreditinstitute bei 8,4 Mio DM, davon 6,2 Mio DM beim genossenschaftlichen Zentralinstitut. Die Einlagen von Kunden betrugen 89,2 Mio DM, das Geschäftsguthaben der Mitglieder 0,6 Mio DM. Die Rücklagen der Bank standen bei 3,1 Mio DM. Der Jahresüberschuss lag in dem Jahr bei 0,06 Mio DM. 1

Das hauptamtliche Vorstandsmitglied Karl-Georg Lotz kündigte zum 31.03.1989, um eine neue Vorstandsposition bei einer baden-würtembergischen Volksbank anzutreten. Aus einer Anzahl von Bewerbungen viel die Wahl seines Nachfolgers in der Vorstands-und Aufsichtsratssitzung vom 28.11.1988 auf Hans-Hermann Schönberger, Münster. 2

Im August 1989 beschloss der Vorstand die dringend notwendige Modernisierung und Renovierung der Zweigstelle Lage. Vorausgegangen waren die Verhandlungen über die Laufzeitverlängerung der angemieteten Räumlichkeiten. Im Rahmen dieser Investition wurde auch ein behindertengerechter Eingangsbereich geschaffen. 3 In diesem Zusammenhang wurde die Zweigstelle Lage auch direkt an den Großrechner des Rechenzentrums in Oldenburg angeschlossen. Damit konnten die Bankmitarbeiter direkten Einblick in wichtige Kunden- und Kontodaten nehmen.

Quelle: Archiv der Grafschafter Volksbank eG, F64

In Veldhausen wurde der erste Geldautomat in der Geschichte der Bank in Betrieb genommen. Die Grafschafter Nachrichten berichteten dazu:  Volksbank rüstet technisch auf,13-1, GN v. 14.12.1989

Im Geschäftsjahr 1991 erweiterte die Bank ihr Dienstleistungsangebot. Es wurde je ein Spezialberater für den Bereich Elektronische Bankdienstleistungen sowie für den Bereich Landwirtschaft eingestellt.

Im Geschäftsjahr 1992 führte die Volksbank Veldhausen-Neuenhaus eG die Kontoführung rund um die Uhr ein. Der Vorläufer des heute selbstverständlichen <Homebanking>  lief über BTX (Bildschirmtext). Im Geschäftsjahr 1993 erfolgte die Einführung zur bargeldlosen Bezahlung im Handel (electronic cash).

Quelle: Archiv der Grafschafter Volksbank eG, Jahresbericht 1991 der Volksbank Veldhausen-Neuenhaus eG
Quelle: Archiv der Grafschaftr Volksbank eG, Jahresbericht 1992 der Volksbank Veldhausen-Neuenhaus eG
Quelle: Archiv der Grafschafter Volksbank eG, Jahresbericht 1993 der Volksbank Veldhausen-Neuenhaus eG

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Archiv der Grafschafter Volksbank eG, Jahresbericht 1996 der Volksbank Veldhausen-Neuenhaus eG

Im Dezember 1995 erwarb die Bank das ehemalige „Bispinksche Objekt“, das seit ca. 20 Jahren leer stand und zusehends verfiel. Dieses denkmalgeschützte Gebäude, das in erheblichem Maße dem Charakter der für Veldhausen früher typischen Bauweise entsprach, wurde restauriert, dabei blieb die Fassade aber so gut wie unverändert bestehen. Die Innenräume wurden der zukünftigen Nutzung entsprechend umgestaltet. Ziel war es, den Erfordernissen eines wirtschaftlichen Betriebes gerecht zu werden, u. a. mit einem von der Bank aufgebauten Informations- und Schulungszentrum zur EDV-Beratung der Privat- und Firmenkunden sowie zum Vertrieb bankspezifischer Software. 4

Das Kontrollorgan einer Genossenschaft ist der Aufsichtsrat. Die Mitglieder einer Genossenschaft entsenden Personen ihres Vertrauens auf den General- bzw. Vertreterversammlungen durch den TOP „Wahlen zum Aufsichtsrat“ in dieses Gremium. Nachfolgend nicht nur eine namentliche Aufstellung, sondern einmal eine Abbildung des vollständigen Aufsichtsrates aus dem Jahre 1997.

Quelle: Archiv der Grafschafter Volksbank eG, Jahresbericht 1997 der Volksbank Veldhausen-Neuenhaus eG

Am 08.03.1998 wurde der lange geplante Neubau der Geschäftsstelle Neuenhaus eingeweiht. Mehr zur Entstehung und Entwicklung in Neuenhaus lesen Sie hier: Zweigstelle Neuenhaus

Quelle: Archiv der Grafschafter Volksbank eG, Jahresbericht 1997 der Volksbank Veldhausen-Neuenhaus eG

Entsprechend der technischen Weiterentwicklung von Selbstbedienungs-Komponenten wurde in 1999 die Zweigstelle Lage baulich angepasst, um diese auch nach den gesetzlichen Auflagen mit nur einer Beratungskraft betreiben zu können. 5 Ebenso wurde die Geschäftsstelle in Veldhausen mit einer Umbaumaßnahme den Erfordernissen im Selbstbedienungsbereich angepasst. 6

Bereits im Generalversammlungsprotokoll vom 31.08.1999 berichtete unter TOP 2 der Vorstand den Mitgliedern über den Umbruch an den Finanzmärkten aufgrund der Globalisierung, über die Regulierungsflut in Form von Gesetzen und Verordnungen. Diese gravierenden Marktveränderungen in Verbindung mit den immer weiter verschärften gesetzlichen Anforderungen, ließen sich allein durch in der Vergangenheit eingegangene Kooperationen mit den Nachbargenossenschaften nicht mehr lösen, um allen Anforderungen gerecht zu werden. Zur „Wahrung der Wettbewerbsfähigkeit“ beschäftige sich die Bank derzeit „auch mit Fusionsüberlegungen. Zusammenfassend bleibe festzuhalten, daß sich die Bank intensiv auf die wachsenden Herausforderungen ausrichte. Ziel sei es, durch geeignete Maßnahmen die Kostenstrukturen weiter zu verbessern, um so die Leistungsfähigkeit und die Ertragskraft auf Dauer zu sichern und zu stärken.“ 7

In der Generalversammlung vom 09.10.2000 berichtete der Vorstand dann über die beabsichtigte Fusion (Verschmelzung) mit der Volksbank Emlichheim eG. Dabei wurden neben den bereits ausgeführten Einflussfaktoren drei Gründe für den gewählten Fusionspartner aufgeführt:

  • Seit über 10 Jahren haben beide Banken im Kreditgeschäft einheitlich dezentrale Softwarelösungen
  • „In den Bereichen Organisation und Gesamtbanksteuerung haben beide Banken bereits gemeinsame Mitarbeiter“
  • „Bei beiden Banken scheidet in nächster Zeit je ein Vorstandsmitglied aus Altersgründen aus“

Der von den Vorständen und Aufsichtsräten verabredete Verschmelzungsvertrag wurde mit 220 Stimmen, bei 3 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen von den Mitgliedern genehmigt. 8

Die Verschmelzung mit der Volksbank in Emlichheim zur Volksbank Niedergrafschaft Emlichheim-Veldhausen eG erfolgte mit Wirkung vom 01.01.2001. 9

Die letzte Bilanz der Volksbank Veldhausen-Neuenhaus eG per 31.12.2000 schloss mit einer Bilanzsumme in Höhe von 230,4 Mio DM.

Auf der Aktivseite wurden Forderungen im Kreditgeschäft von 135,8 Mio DM ausgewiesen. Die Forderungen an Kreditinstitute betrugen 33,6 Mio DM. Die Anlage in Schuldverschreibungen und Wertpapieren betrugen 35,4 Mio DM. Die Gebäude und Grundstückswerte beliefen sich auf 9,6 Mio DM und die Betriebs- und Geschäftsausstattung auf 1,0 Mio DM.

Die Passivseite zeigte Verbindlichkeiten an Kreditinstitute von 40,8 Mio DM. Es wurden Einlagen von Kunden in Höhe von 168,4 Mio DM verwaltet. Die Geschäftsguthaben von Mitgliedern lagen bei 2,4 Mio DM. Die Bank hatte Rücklagen in Höhe von 10,9 Mio DM gebildet. Der Bilanzgewinn wurde mit 0,4 Mio DM angegeben. 10

Quelle. Archiv der Grafschafter Volksbank eG, F 18, von links: Hermann Reefmann, Albert Rötterink, Hans-Hermann Schönberger,
Quelle: Archiv der Grafschafter Volksbank eG, F 18, Hermann Reefmann während seiner Abschiedsrede

Der Aufsichtsratsvorsitzende der fusionierten Volksbank Niedergrafschaft Emlichheim-Veldhausen eG Albert Rötterink verabschiedete Hermann Reefmann zusammen mit dem langjährigen Vorstandskollegen Hans-Hermann Schönberger am 30.09.2002 nach fast 18 Jahren hauptamtlicher Vorstandstätigkeit in den wohlverdienten Ruhestand.

 

 

 

Quelle: Archiv der Grafschafter Volksbank eG, Fotobuch Verabschiedung Hans-Hermann Schönberger, 04.02.2010

Das hauptamtliche Vorstandsmitglied Hans-Hermann Schönberger übte seine Geschäftsführungsverantwortung in der fusionierten Bank weiter aus. Er prägte mit seiner Persönlichkeit auch die weiteren Fusionsschritte in 2004 zur Grafschafter Volksbank Nordhorn-Emlichheim-Veldhausen eG und in 2007 dann zur

Grafschafter Volksbank eG

bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand zum 31.12.2009, nach insgesamt 21 Jahren genossenschaftlicher Vorstandsarbeit.

 

In absehbarer Zeit veröffentlichen wir dann in diesem „Blog“ der Grafschafter Volksbank eG die Entstehung und Geschichte des Fusionspartners – der damaligen Spar- und Darlehnskasse Emlichheim eGmuH.

 

 

1.Archiv der Grafschafter Volksbank eG, Jahresbericht 1984 der Volksbank Veldhausen-Neuenhaus eG

2. Archiv der Grafschafter Volksbank eG, 40-2, Beschlussbuch von Vorstand und Aufsichtsrat, Protokoll vom 28.11.1988

3. Archiv der Grafschafter Volksbank eG, 37-3, Beschlussbuch für den Aufsichtsrat, Protokoll Nr. 4 vom 17.08.1989

4. Archiv der Grafschafter Volksbank eG, Jahresbericht 1996 der Volksbank Veldhausen-Neuenhaus eG, Seite 16

5. Archiv der Grafschafter Volksbank eG, 37-3, Beschlussbuch für den Aufsichtsrat, Protokoll Nr. 2 vom 13.04.1999

6. Archiv der Grafschafter Volksbank eG, 41-2, Beschlussbuch von Vorstand und Aufsichtsrat, Protokoll Nr. 1/2000 vom 11.01.2000

7. Archiv der Grafschafter Volksbank eG, 39-2, Protokollbuch für Generalversammlungen, Seite 113 und 114

8. Ebd., Seite 124 bis 127

9. Archiv der Grafschafter Volksbank eG, Jahresbericht 2000 der Volksbank Veldhausen-Neuenhaus eG

10. Ebd.,