Die „Raivo“ auf Wachstumskurs ! Das Bankgeschäft im Wandel !

Bereits im Sommer 1979 berichtete der Vorstand in einer Aufsichtsratssitzung von zunehmender Raumnot, also 6 Jahre nach dem Bezug des Neubaus. Da auch der Mieter des I. Obergeschosses Veränderungspläne hegte, wurde eine kurzfristige einvernehmliche Aufhebung des Mietverhältnisses erwirkt.1.   Eine vom Architekten Breidenbend erstellte „Umbau- und Modernisierungsplanung“ genehmigte der Aufsichtsrat in seiner Sitzung vom 12.06.1980. Das I. OG wurde zu nutzbaren Büroräumlichkeiten hergerichtet. Die Kassenhalle bekam eine andere Gestaltung und Möblierung, um dem gewachsenen Kundenbestand und den daraus notwendigen organisatorischen Anpassungen und Arbeitsabläufen gerecht zu werden.2.

UA der Grafschafter Volksbank eG, 0-147, Zeitungsartikel, Grafschafter Wochenblatt v. 11_12.11.1981

Bargeldversorgung nach Feierabend und am Wochenende entwickelte sich ebenfalls in dieser Zeit im Bankgeschäft. Hier war die „Raivo“ als erste Genossenschaftsbank „weit und breit“ Vorreiter für diesen neuen Kundenservice. Eine „SB-Kasse“ wurde eingerichtet. Diese ermöglichte nun von 7:30 – 22:00 Uhr außerhalb der Geschäftsräume den Kunden den Zugriff auf Bargeld.

Ein besonderes Datum in der Geschichte der Bank ist der 28.05.1981. Das75-jährige Bestehen der am 28.05.1906 gegründeten Spar- und Darlehnskasse Nordhorn eGmbH stand an. Lt. Beschluss der Verwaltungsmitglieder wurde allerdings „auf umfangreiche Feierlichkeiten verzichtet“. Dafür wurde auf der Vertreterversammlung am 26.06.1981 eine erhebliche Spende für karikative Zwecke an die Organisationen „Caritas“ und „Brot für die Welt“ übergeben. Weiterhin wurde eine Dokumentation über die Entwicklung und Geschichte der Bank erstellt und den Versammlungsteilnehmern vorgestellt.3. :

Bei Interesse finden Sie den Inhalt dieser Dokumentation, wenn Sie die nachfolgenden pdf.Dateien anklicken:

Bereits 2 Jahre nach Anpassung der Kassenhalle folgte der Aufsichtsrat dem Vorschlag des Vorstandes und genehmigte am 08.12.1982 eine „endgültige Neugestaltung der Kassenhalle und der Beraterzimmer im Erdgeschoß der Hauptstelle“. Die „geschäftspolitische Zielsetzung einer verbesserten Kundenberatung“ war der Grund !4. Den in den 1980ern geänderten und gewachsenen Beratungsinhalten und den Anforderungen an Diskretion wurde damit Rechnung getragen.

Im Geschäftsbericht 1982 heißt es hierzu: „Die von langer Hand vorbereitete Neuorganisation unserer Bank in die Teilbereiche Privatkunden, Firmenkunden und Betriebsbereich wurde 1982 teilweise verwirklicht. Diese auf die kommenden Jahre ausgerichtete Unternehmensstrategie hat ihren Schwerpunkt in dem Ausbau der Verbesserung der Kundenberatung.“5 

In den nachfolgenden Übersichten wird das Wachstum der „Raivo“ von 1970 bis 1981 anhand der Einlagen, Ausleihungen sowie der Mitgliederentwicklung sehr deutlich:

UA der Grafschafter Volksbank eG, 180-1, Dokumentation
75jähriges Bestehen 1906-1981, Abschnitt 6 – Bilanzen
UA der Grafschafter Volksbank eG, 170-30, Geschäftsbericht 1981.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

29,9 Mio DM betrug die Bilanzsumme per 31.12.1970 und wuchs auf 198,7 Mio DM zum 31.12.1981 an.6

UA der Grafschafter Volksbank eG,
171-8, Geschäftsbericht 1990,
Seite 27 – 29.

 

 

 

 

 

Ende 1990 kletterte die Bilanzsumme auf 341,7 Mio DM, die Einlagen auf 289,5 Mio DM und die Ausleihungen auf 195,8 Mio DM. Diese Entwicklung bestätigte die schon erwähnte Neuausrichtung. Die Anzahl der Mitglieder mit der Fusion von 3.536 in 1970 hatte sich zum Ende 1990 auf 7.196 Mitglieder mehr als verdoppelt.7 Das nach der Fusion Anfang der 70er Jahre forcierte Dienstleistungsgeschäft verzeichnete ebenso ein gutes Wachstum und wurde ein bedeutender Teil des Betriebsergebnisses (Bausparen, Versicherungsvermittlungen, Immobilienvermittlungen, Auslandsgeschäft, Anlage- und Vermögensberatung, Wertpapierhandel, Vermögensverwaltung, Vermittlung langfristiger Finanzierungsmittel für den Wohnungsbau und für Investitionen, sowie öffentliche Mittel und Sonderkreditaktionen). Der Vorstandsbericht  Dienstleistungsgeschäft S. 17 Jahresbericht 1989  gibt hier einen Einblick.

So ist es nicht verwunderlich, das Vorstand und Aufsichtsrat am 09.01.1990 in ihrer Sitzung für die – aufgrund des guten Wchstums – notwendige Neugestaltung des Erd- und Obergeschosses ihre Zustimmung erteilten. Der Gestaltungsentwurf des Architekten Breidenbend bildete damals die Grundlage.8

UA der Grafschafter Volksbank eG, 376-3, Eröffnung der Hauptstelle 1991.
UA der Grafschafter Volksbank eG, 376-3, Eröffnung der Hauptstelle 1991

Das Schriftstück links gibt einen kurzen Überblick über den gewachsenen Geschäftsumfang. Neben der Bilanzsumme zeigt sich hier auch die gewachsene Kundenzahl von 17.000 auf ca. 29.800 sowie die Anzahl der Mitarbeiter von 58 auf 98. Die Zahl der Buchungsposten hatte sich in der Zeit verdreifacht.. Gestiegener Bratungsbedarf und veränderte Bedienungsabläufe wurden als Gründe angeführt. Auch die technische Entwicklung mit Selbstbedienungsgeräten bekam einen immer größeren Stellenwert. Hieraus entwickelten sich die sogenannten SB-Bereiche in den Gebäudeplanungen. Die geplante Umsetzung der geschlossenen Maßnahmen lässt sich im Schriftstück rechts gut nachvollziehen. Am 27. Oktober 1991 wurde der Öffentlichkeit mit einem Tag der offenen Tür Gelegenheit zur Besichtigung der neu gestalteten Räumlichkeiten gegeben.

UA der Grafschafter Volksbank eG, 376-3, Einladung Tag der offenen Tür 27.10.1991
UA der Grafschafter Volksbank eG, 171-9, Jahresbericht 1991, S. 9.

Im Mittelpunkt der damaligen „Schalterhalle“ stand eine Skulptur des italienischen Künstlers Arthur Kostner, Bozen: 376-3 Erklärung zur Skulptur ohne Namen, 1991

 

 

 

 

 

 

 

 

 

UA Grafschafter Volksbank eG, 376-3, Eröffnung der Hauptstelle 1991.

 

 

 

 

 

„Im September 1991“ – kurz vor der Fertigstellung der erheblichen Modernisierung – die noch mit unter seiner Verantwortung stand, „wurde der Vorsitzende des Vorstandes, Hermann Wilmink, nach 45jähriger Tätigkeit im Dienste der Raiffeisen- und Volksbank in den Ruhestand verabschiedet.“ Bereits am 29.05.1989 zeichnete ihn der damalige Oberkreisdirektors Dr. Günter Terwey  mit dem Bundesverdienstkreuz aus. In der Laudatio würdigte er „die vielfältigen beruflichen und ehrenamtlichen Verdienste Wilminks. Der gebürtige Brandlechter habe in 43 Berufsjahren ein leistungsfähiges Bankinstitut entscheidend mit aufgebaut und damit sowie in seinen zahlreichen Ehrenämtern einen großen Beitrag zum Gemeinwohl geleistet. Wilmink ist der erste Grafschafter Bankvertreter, der mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wird.“ GN v. 30.05.1989 Bundesverdienstkreuz für H.Wilmink 

UA der Grafschafter Volksbank eG, 171-9, Jahresbericht 1991, S. 10. Vorstandsmitglieder 1991: Dieter Siebels, Hermann Wilmink und Wolfgang Schönfeld (von links nach rechts)

Im April 1990 beschäftigte sich der Aufsichtsrat bereits mit einer Nachfolgelösung für Hermann Wilmink. Im Juli 1990 viel die Entscheidung zugunsten von Wolfgang Schönfeld, der sich ab dem 01.10.1990 als Prokurist ein Jahr in die Nachfolge einarbeiten konnte. Zum 01.10.1991 wurde er vom Aufsichtsrat – mit dem Ausscheiden von Hermann Wilmink – zum Vorstandsmitglied der Raiffeisen- und Volksbank Nordhorn eG bestellt.9

Die mit dem Umbau erheblich erweiterte EDV-Anlage erlaubte ein Arbeiten mit neuester, innovativer Banktechnik. Zum Erwerb des ehemaligen Hauptzollamtes sowie zum Neubau der Geschäftstelle in Bad Bentheim wird im Teil 3 eingehend informiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1. UA der Grafschafter Volksbank eG, 153-2, Protokoll der Aufsichtsratssitzung v. 30.08.1979.

2. UA der Grafschafter Volksbank eG, 153-3, Protokoll der Aufsichtsratssitzung v. 12.06.1980.

3. Ebd., 154-1, Protokoll der Vorstands- und Aufsichtsratssitzung v. 15.04.1981, 10.06.1981.

4. UA der Grafschafter Volksbank eG, 154-2, Protokoll der Vorstand- und Aufsichtsratssitzung v. 08.12.1982.

5. UA der Grafschafter Volksbank eG, 170-31, Geschäftsbericht 1982

6. UA der Grafschafter Volksbank eG, 170-19 u. 170-30, Geschäftsberichte 1970 und 1981.

7. UA der Grafschafter Volksbank eG, 171-8, Jahresbericht 1990.

8. UA der Grafschafter Volksbank eG, 98-1, Protokoll der Vorstand- und Aufsichtsratssitzung v. 09.01.1900.

9. UA der Grafschafter Volksbank eG, 98-1, Protokoll der Vorstands- und Aufsichtsratssitzung, 18.04.1990, 25.07.1990