Fast volle zwei Monate verbringe ich schon in Bulgarien, und die Zeit verfliegt leider wie im Flug. Mit einer Freundin zusammen wohne ich in einer Wohngemeinschaft im Zentrum von Sofia. Wir haben von unserem Balkon aus einen himmlischen Ausblick auf den Vitosha Berg (s. a. das Video unten). Es sind ca. 25 Minuten Fußweg bis zur Uni und bis zum Vitosha Boulevard, mit all seinen einladenden Restaurants und Cafés, sogar nur 15 Minuten.

Ich habe bereits einige tolle Orte gesehen und natürlich auch wunderbare Menschen kennengelernt. Die Menschen hier in Bulgarien sind sehr offen und hilfsbereit. Stress ist für die Bulgaren ein Fremdwort, sie sind im wahrsten Sinne des Wortes die Ruhe selbst. Pünktlichkeit ist also eher nebensächlich. Geht es aber um den Straßenverkehr, wird die Hupe zum besten Freund des Bulgaren um schnell ans Ziel zu gelangen.

Was mich sehr überrascht hat ist, dass die meisten Bulgaren Deutsch sprechen. Das liegt daran, dass deren zweite Sprache in der Schule nicht wie bei uns Englisch ist, sondern eben Deutsch.

Außerdem kennen die Bulgaren so etwas wie eine Überweisung nicht. Mein Vermieter holt sich immer Anfang des Monats die Miete persönlich ab, auch wenn er ab und an mal den Termin verschläft. So viel zum Thema Gelassenheit. Für Strom und Gas sowie für das Internet gibt es einzelne Shops, die ich einmal im Monat aufsuche, um die Kosten bar zu bezahlen. Verrückt, oder? Man gewöhnt sich allerdings sehr schnell daran.

Den Bulgaren zaubert man ein Lächeln ins Gesicht, wenn man sich mit ihnen auf Bulgarisch unterhält – und seien es auch nur einige wenige Worte. Das kyrillische Alphabet ist für mich dennoch etwas schwierig. Vor allem im Alltag, wie z. B. beim Einkaufen, muss ich teilweise auf Apps zurückgreifen, da alle Schilder auf Bulgarisch sind. Besonders wird es bei den Gesten. Wenn man „Ja“ sagen möchte, schüttelt man den Kopf und bei „Nein“ nickt man.

Die Sofia University sieht von außen bezaubernd, fast schon majestätisch aus und innen hat man das Gefühl, man sei in Hogwarts. Die Gelassenheit ist auch hier selbstverständlich. Erst jetzt, nach fast zwei Monaten, weiß ich genau, wann ich wo zu welchem Kurs gehen muss, da die Organisation zu Anfang sehr chaotisch war. Aber als Erasmusstudent in Sofia lernt man auch das mit der nötigen Gelassenheit anzunehmen.

Die Universität in Sofia aus der Nähe.

Die Aussicht von meinem Balkon